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Philips Saeco RI975201 Odea Go im testDas Einsteiger-Modell von Saeco ist, abhängig vom Anbieter, zum Teil schon für deutlich unter 300 Euro zu haben. Wie viel Qualität bekommt man für diesen Preis? Wo müssen eventuell Abstriche gemacht werden? Diesen Fragen wollten wir in unserem Produkttest auf den Grund gehen.
Verpackung und Lieferumfang
Der sicher verpackte Vollautomat wird von einem Reinigungspinsel und einem Schlüssel zur Verstellung des Mahlgrades begleitet.

Verarbeitung und Design
Die Maschine wirkt auf den ersten Blick sehr klein und leicht, der verwendete Kunststoff schien uns aber solide verarbeitet zu sein. Die abgerundeten Formen fanden wir recht ansprechend. Zusätzlich zur klassischen Ausführung in Schwarz und Silber ist auch eine moderne Variante in Vanille und Silber erhältlich.

Ausstattung und Funktionen
Der Philips Saeco RI9752/01 Odea Go kann ausschließlich Kaffeebohnen verarbeiten. Dabei ist der Mahlgrad in fünf Stufen einstellbar, auch die Wassermenge lässt sich über einen Drehschalter regulieren. Die Menge des verwendeten Kaffees hingegen konnten wir nicht auswählen, da diese über das so genannte Adapting-System gesteuert wird, das die Kaffeebohnen abhängig von deren Sorte automatisch dosiert.

Das Gerät verfügt über eine höhenverstellbare Abstellfläche, eine Zwei-Tassen-Funktion und eine Pannarello-Düse zur Herstellung von Milchschaum, über die auch heißes Wasser bezogen werden kann. Nach 60 Minuten ohne Kaffeebezug schaltet es automatisch in den Standby-Modus.

Handhabung und Komfort
Der Odea Go RI9752/01 ist uns durch eine bemerkenswert leichte Handhabung aufgefallen: Mehr als das Einschalten, die Auswahl der Wassermenge und das Drücken der Start-Taste ist nicht notwendig, um eine Tasse Kaffee zu beziehen. Auch die sehr kurze Aufheizzeit hat uns gut gefallen.

Zum Teil scheint uns die leichte Bedienung jedoch durch einen Mangel an Einstellmöglichkeiten bedingt zu sein. Ganz besonders die individuelle Auswahl der Kaffeemenge haben wir vermisst, denn eine große Tasse Kaffee war automatisch immer auch ein wenig dünn. Zum Teil konnten wir diese Einschränkung jedoch durch die Nutzung der Zwei-Tassen-Funktion ausgleichen.

Sehr sinnvoll fanden wir, dass die Maschine auf Rollen steht und sich so nicht nur leicht auf der Arbeitsplatte verschieben, sondern auch problemlos drehen lässt. Dank dieser durchdachten Lösung konnten wir sowohl den Wassertank als auch den Tresterbehälter auf der Geräte-Rückseite gut erreichen. Leider sind die entsprechenden Schübe nicht gerade leichtgängig; den Wassertank etwa mussten wir gleichzeitig anheben und herausziehen, was ein wenig Fingerspitzengefühl erforderte.

Über die höhenverstellbare Abstellfläche für die Tassen haben wir uns zunächst sehr gefreut, vor allem, da auch Latte-Macchiato-Gläser problemlos unter den Auslauf passen. Allerdings haben wir im Gebrauch festgestellt, dass die Tassenfläche nicht mit allzu viel Gewicht belastet werden darf. Zwei gleichzeitig darauf abgestellte große und schwere Kaffeebecher führten in unserem Test dazu, dass die Abstellfläche wieder nach unten absank.

Aufgefallen sind uns außerdem die verhältnismäßig starken Vibrationen der Maschine, die die Tasse dazu bringen, auf der Abstellfläche zu wandern, sodass wir es aus Sicherheitsgründen vorgezogen haben, neben der Maschine stehen zu bleiben.

Geschmack des Kaffees
Hinsichtlich der Qualität des ausgegebenen Kaffees waren wir ausgesprochen zufrieden, das Aroma erschien uns sehr ausgewogen und intensiv. Die Kaffeetemperatur war auch nach der Zugabe von kalter Milch noch ausreichend, sodass wir auch in dieser Hinsicht keinerlei Grund zur Beanstandung haben. Die Crema war, eine passende Einstellung des Mahlgrades vorausgesetzt, recht stabil.

Der Umgang mit der Schaumdüse erforderte zwar zunächst etwas Übung, ermöglichte uns dann jedoch die Herstellung eines cremigen, luftigen Milchschaums, sodass auch der Cappuccino mit der Odea Go sehr gut gelang.

Lautstärke
Geräuschlos arbeitet der Vollautomat zwar nicht, wir fanden den Lärmpegel aber akzeptabel. Insbesondere der Mahlvorgang lief in unserem Test vergleichsweise leise ab.

Reinigung und Pflege
Von außen ist die Maschine leicht sauber zu halten, eine automatische Spülung beim Einschalten entfernt auch aus dem Inneren die meisten Rückstände. Sehr schön fanden wir, dass wir die Brühgruppe herausnehmen und abspülen konnten. Auch die Schaumdüse ist leicht abzumontieren, sodass uns der Odea Go in Sachen Hygiene durchaus überzeugt hat.

Wassertank, Trester- und Bohnenbehälter sind, den eher kompakten Abmessungen des Vollautomaten entsprechend, vergleichsweise klein ausgefallen und erfordern relativ häufige Nachfüll- und Entleerungstätigkeiten, die von der Maschine über verschiedene Signale angefordert werden.

Insbesondere die Aufforderung, den Wassertank aufzufüllen, erreichte uns in unserem Test allerdings manchmal auch zu spät, sodass für den angeforderten großen Kaffee nicht mehr genügend Wasser vorhanden war. Der Wasserstand sollte also selbst überprüft werden. Dabei ist er von außen nicht erkennbar; der Wassertank muss zu dessen Überprüfung aus der Maschine gezogen werden, was die Handhabung etwas unkomfortabel macht.

Die Entkalkung erfolgt manuell, dauert rund eine Stunde und umfasst etwa 20 Schritte. Mit Hilfe der Bedienungsanleitung konnten wir das aber durchaus bewältigen. Das Entkalkungs-Intervall ist relativ kurz.

Vorteile
+ sehr günstiger Anschaffungspreis
+ kompakte Abmessungen
+ Zwei-Tassen-Funktion
+ unkomplizierte Bedienung
+ kurze Aufheizzeit
+ drehbar
+ sehr guter, heißer Kaffee
+ geringe Lautstärke
+ Brühgruppe herausnehmbar

Nachteile
– Kaffeemenge nicht einstellbar
– Schübe etwas schwergängig
– Tassenabstellfläche senkt sich bei Belastung
– wandernde Tasse durch Vibrationen
– Wasserstand nicht von außen einsehbar
– häufige und zeitaufwändige manuelle Entkalkung

Fazit
Der günstige Preis bedingt durchaus einige Abstriche in Sachen Komfort, hier ist insbesondere die recht komplizierte und zeitaufwändige Entkalkung zu nennen. Weiterhin gibt es nur wenige Einstellmöglichkeiten, wobei wir am meisten die Möglichkeit vermisst haben, die Menge des verwendeten Kaffeepulvers selbst zu bestimmen. Die Philips Saeco RI9752/01 Odea Go empfiehlt sich deshalb eher für Minimalisten, die einer unkomplizierten Bedienung den Vorzug vor vielen verschiedenen Einstellmöglichkeiten geben. Keine Kompromisse sind hinsichtlich des ausgegebenen Kaffees nötig, dessen Qualität voll und ganz zu überzeugen vermochte. In Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis ist der Odea Go deshalb eine durchaus gute Wahl: Wir vergeben vier von fünf Sternen.


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